Mit ‘chili’ getaggte Artikel

Bald ist es soweit für Happy Chili

Mittwoch, 14. Juli 2010

Es steckt bereits in den Startlöchern … nicht mehr lange zum Start von Happy Chili.

Happy Chili? Ja, glückliche Chili. Und wann sind Chilis glücklich? U.a. dann wenn Sie zu einer leckeren Sauce verarbeitet werden, sich in in Knabbereien wiederfinden oder einfach nur pur genossen werden.

Happy Chili steht für scharfe Qualität scharfer Chilis und Produkte.

Unter dem Label Happy Chili werden scharfe Saucen und scharfe Knabbereien vertrieben, die von kleinen Manufakturen im Auftrag hergestellt werden. Hierzu gehören neben scharfen Saucen auch andere scharfe Produkte zum naschen un schlemmen.

Chilihead – sein oder nicht sein

Dienstag, 06. Juli 2010

Sind Sie ein Chilihead?

Um zu wissen ob man tatsächlich ein Chilihead ist muss man erstmal wissen was ein Chilihead überhaupt ist.

Normalerweise bezeichnet man Personen als Chilihead, wenn Sie (fast) nichts anderes mehr machen als sich nur noch um scharfes Essen zu bemühen, zu lernen welche Pflanze welche Früchte trägt und das Wissenspektrum über Chilis, Pflanzen und Capsaicin einem Lexikon gleicht. Aber scharfe Saucen Esser und solche die von scharfen Saucen nicht genug bekommen können, aber vielleicht nicht das notwendige Hintergrundwissen haben bezeichnet man allgemein als Chilihead.

So, um nun die Frage zu klären, ob Sie ein Chilihead sind lesen Sie sich die folgenden Antworten durch:

Sie sind ein echter Chilihead, wenn:

  • Sie würzen jedes Essen nach ohne vorher probiert zu haben
  • Ihr Klopapier fängt ab und an Feuer
  • Ihre Familie lässt Sie nicht mehr alleine das Essen zubereiten
  • Sie haben mehr als 10 Flaschen scharfe Saucen zu Hause
  • Sie haben unzähliche Chiligewürze im Schrank stehen
  • Sie nehmen schon Ihre eigenen scharfen Saucen mit ins Restaurant
  • Sie benutzen scharfe Saucen zum Zähneputzen und als Mundspülung
  • Sie geben Ihren Chilipflanzen Kosenamen
  • Sie reden Ihre Frau / Ihren Mann mit Chili anstatt Schatz an
  • Sie finden Chilipflanzen wichtiger als die Blumen Ihrer Frau
  • Sie haben immer und überall Chilipulver als Notreserve dabei
  • Sie haben schon öfters die Erfahrung gemacht warum Händewaschen schon VOR dem Toilettengang wichtig sein kann
  • Sie lachen absolut teuflisch wenn Gäste zum Essen kommen
  • Sie Bilder Ihrer Chilipflanzen im Geldbeutel dabei haben

Wenn Sie mehr als 5 mal mit JA und einem Lachen reagiert haben, dann sind Sie sicherlich ein richtiger Chilihead und dürfen so auch auftreten.

Chili – Botanische Bestimmung und Genetik

Mittwoch, 30. Juni 2010

Aufbau einer Chilifrucht
Der Querschnitt einer halbierten Gemüsepaprika zeigt: den grünen Fruchtstiel (an dem sich, aus der bestäubten Blüte die Frucht entwickelt hatte), die sog. Plazenta (das weiße, schwammige Teil im Fruchtinneren) und den Kelch (Reste der Kelchblätter der Blüte).

Der Stiel ist durch den Kelch mit der Plazenta verwachsen. Diese hat, genau wie die weißlichen Trennwände, Drüsen, welche Capsaicin erzeugen, außerdem trägt und nährt sie die Samenkörner. Diese sind glatt, nierenförmig und meist kleiner als solche von Tomaten. 1000 Samenkörner wiegen etwa 5-8 Gramm und besitzen etwa 15% fette Öle, aber kaum Schärfe oder Aromastoffe. Die Scheidewände verbinden die Plazenta mit der Spitze an der unteren Fruchtseite und dem Fruchtfleisch, was für Stabilität sorgt. So kommt, speziell bei Blockpaprika, die Unterteilung in Hohlkammern zustande. Das wasserhaltige Fruchtfleisch ist von einer dünnen Innenhaut überzogen, während es außen von glatter Fruchtschale, umhüllt und geschützt wird. Diese Schale ist der Hauptsitz der Farbstoffe Carotinoid und Capsanthin.!

Hybride
Chilli-Pepper bestäubt sich selbst: als Zwitter trägt jede Blüte weibliche und männliche Vermehrungsorgane, daher genügt im Prinzip eine Pflanze um Früchte zu gewinnen. Stehen mehrere Sorten nebeneinander, befruchten sich drei der fünf genannten Sorten auch gegenseitig: Capsicum annum, C. frutescens und chinense – sowohl innerhalb der Gattung, als auch in geringeren Maße außerhalb. Immer wieder steht deshalb in Frage, ob es sich dabei wirklich um drei verschiedene Gattungen oder eher um Unter-Gattungen handelt. Ist z.B. eine superscharfe Cayenne einen Kilometer von einer milden Capsicum annum entfernt, kann es durch kreuzweise Bestäubung dazu kommen, dass die Samen der schärferen Chili in der nächsten Generation, mildere Früchte produzieren. Andere Früchte (wie die Jalapeno) verändern, wenn sie hybridisieren, zwar nicht die Schärfe aber variieren ihre Größe. Chilifrüchte waren ursprünglich nur ca. 1,5- 3 cm groß. Kreuzungen und Auslese entwickelten verschiedene Formen: heute können diverse Züchtungen bis 15 cm lang, aber auch kugelig werden. Durch Kreuzungen entstehen auch Immunität gegen Krankheiten, höhere Erträge usw. weswegen inzwischen auch die Gefahr der Vereinheitlichung von Saatgut durch Genmanipulation besteht. Viele Sorten sind schon ausgestorben, weil sie sich für landwirtschaftliche Zwecke nicht rentieren. Die Agrarindustrie behauptet, sie wolle den, durch Missernten und Dürreperioden entstandenen Hunger, weltweit ausrotten.

Die Wirkung von Chili auf die Psyche

Mittwoch, 30. Juni 2010

Bewusstseinsveränderung
Menschen suchten schon immer Pflanzenwirkstoffe mit bewusstseinserweiternden Eigenschaften. Chilli- Pepper ist solch eine psychotrope Pflanze, denn sie zieht die Aufmerksamkeit von Gewohnheitsmustern des Denkens und der Vorstellung ab, um sie auf eine plötzliche Empfindung- scharf und beißend- zu lenken. Während man für einen Moment die Alltagsrealität vergisst, erwächst eine intensive Wahrnehmung von Wärme und Nahrung in der Mundhöhle. Das Hirnzentrum, das auf die Nervenreizung des Alkaloids Capsaicin reagiert, ist dasselbe welches für Glücksgefühle zuständig ist. Man könnte von einem Belohnungskern sprechen, wobei es egal ist, ob dieser psychisch oder chemisch ( z.B. durch Drogen) angesprochen wird. Ist die Schärfeempfindung abgeklungen, stellt sich deshalb nicht nur schmerzdämpfende Entspannung ein, sondern sogar leichte Euphorie.

Nach dem Verzehr solcher Chiligerichte, die einem das Wasser aus Nase und Augen treiben, ist man entspannt und leicht angeheitert. Die “brennenden” Zunge, wird vom Körper als Schmerz wahrgenommen, er reagiert mit einer Ausschüttung von Endorphinen ( körpereigene Hormone), welche ein Wohlgefühl auslösen und Schmerzen killen (ähnlich dem Morphium). Deshalb kann man Hot -Peppers unterstützend gegen leichte Depressionen einsetzen.

“Some like it hot”
Capsaicin wohnt ein Suchtpotential inne, weil es zur Toleranzbildung kommt. Aufgrund dieses Gewöhnungseffekts der Geschmacksnerven, muß die Dosis erhöht werden um weiterhin den Reiz genießen zu können. Diese Sucht ist jedoch ungefährlich, weil sie nicht abhängig macht. Mittlerweile gibt es eine wachsende Gemeinde sog. Chiliheads, welche Chili, freiwillig, in solch hohen Dosen verspeisen, dass man meinen könnte, sie wollten sich masochistisch Gewalt anzutun. Das ist nicht der Fall- außer vielleicht bei extremen Schärfegraden- im Vordergrund steht v.a. die Mobilisierung der Geschmacksnerven.

Anders als oft behauptet, tötet Capsaicin diese nicht ab, sondern steigert das Geschmackserlebnis, durch Mehrdurchblutung und damit Erwärmung des Gaumens. Daher resultiert wohl auch die aphrodisierende (die sexuelle Kraft fördernde) Wirkung von Chilispeisen: die Ausschüttung von Glückshormonen verbindet sich mit der allgemeinen Kreislaufanregung. Im Spielfilm “Chocolat” werden Chilis, kombiniert mit Schokolade, als Förderer der Lebenslust gepriesen. Um es auszuprobieren genügt ein Gang in die Naschabteilung eines Warenhauses oder in die nächste Konfiserie…

Vom Umgang mit der Schärfe von Chili

Samstag, 19. Juni 2010

Vorbeugungsmaßnahmen
Fälschlicherweise wird oft von den “scharfen Samen” der Chili gesprochen, in denen reichert sich aber am wenigsten Schärfe an: man mildert diese v.a. durch das Entfernen der Scheidewände. Bei maximalen Aroma und reduzierter Schärfe lenkt keine „Sensation“ vom Geschmack der Speisen ab. Wobei die richtige Schärfedosis das Geschmackserlebnis intensivieren kann, denn der Scharfmacher Capsaicin reizt nur die wärmeempfindlichen Nerven (sorgt für mehr Durchblutung) nicht aber die Geschmackszellen. Auch für Chililiebhaber gilt: gehen Sie gnädig mit ihren Gästen um und würzen Sie lieber am Tisch nach. Gewürzmühle, Hot- Sauce oder das obligatorische Fläschchen Tabasco bieten sich an. Die Chilidosis sollte zu Beginn nämlich langsam gesteigert und vielleicht zunächst die unreif geernteten und daher weniger scharfen grünen Chilis verzehrt werden. Je mehr Sie davon essen bzw. damit würzen, desto mehr wird sich ihr Gaumen an die Schärfe gewöhnen und sie genießen.

Der empfindliche Nase- und Augenbereich wie auch die Schleimhäute müssen vor dem Kontakt mit Capsaicin besonders geschützt werden. Anders als beim Geschmack findet hier exakt keine Abhärtung statt. Deshalb empfiehlt es sich, während des Verarbeitens nicht ins Gesicht zu fassen, die Dämpfe nicht einzuatmen und danach die Hände mit Seife zu waschen oder gleich von Anfang an Latexhandschuhe zu tragen. Auch das gebrauchte Werkzeug wie Schneidbretter usw. müssen sorgfältig gespült werden. Die schärferen Sorten gehören kindersicher aufbewahrt. Bei extrem scharfen Chili, die man nur mit der Pipette dosiert, sollte nicht nur der Profi als zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen die Augen mit einer Brille vor Spritzern schützen.

Nachträgliche Entschärfer
Zu scharf geratene Speisen lassen sich durch die Zugabe dessen, was zum Charakter des jeweiligen Gerichts passt, retten. In der TexMex Küche sind das z.B. Avocados, Tomaten, Mais, Bohnen, Käse; geschmolzener Käse in Chiligerichten ist nicht umsonst häufig als Zutat. Bei asiatischer Küche passt z. B. Kokosmilch, Reis, Nudeln, Banane, Sojaprodukte. Auch können allgemein Kartoffeln mitgekocht werden und danach- sie haben inzwischen etwas von der Schärfe absorbiert- wieder entfernt werden; das funktioniert auch bei versalzenen Gerichten.

“Hilfe, es brennt !”
Wer, wenn der Gaumen Feuer fängt, mit Wasser spült, kühlt zwar zunächst die Zunge, dann jedoch verteilt sich das wasserunlösliche Capsaicin schön in der ganzen Mundhöhle. Besser greift man zu Milch, Kefir, (saure) Sahne oder Joghurt, denn die Milcheiweiße emulgieren mit dem Capsaicin zu Casein, einer Eiweißverbindung, die in Milchprodukten sowieso vorliegt. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch zu scharf gewürzte Gerichte nachträglich abmildern und gleichzeitig abbinden. Man kann auch zum Zucker Zuflucht nehmen: ein Löffel Nuß-Nougat-Creme, Schokoladestücke, Pralinen, oder Bonbons lutschen – alternativ kann sofort zum Dessert übergegangen werden. Außerdem wird zum Aufsaugen des Brennstoffes Stärkehaltiges wie z.B. Brot und Tortillas -nebst reichlich Bier- empfohlen. In China verwendet man weißen Reis als Gaumenbesänftiger, in Vietnam heißen Tee (!), während die orientalische Abmilderung in Zitronensaft und die der USA in Sour Cream besteht. Je länger sie sich diese Ersthelfer im Mund zergehen lassen und je kälter sie sind, umso besser.

Chili Maiskolben

Samstag, 19. Juni 2010

Zutaten:
Maiskolben, vorgegart
Chilischoten – Sorte egal
4 Knoblauchzehen
1 TL Paprikapulver
5 EL Olivenöl
2 EL Balsamico
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Knoblauchzehen schälen und kleinhacken oder ‘quetschen’ und mit den anderen Zutaten vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und ggf. noch andere scharfe Gewürze hinzugeben. Nun die Maiskolben mit der Marinade bestreichen und auf den grill legen.

Chili und Nährstoffe

Donnerstag, 17. Juni 2010

Nährstoffe
Im Vitalstoffpaket Paprika, das zu etwa 90 Prozent aus Wasser besteht, verbinden sich viele Ballaststoffe mit wenig Kalorien. Das gesunde Vergnügen hat gerade mal zwischen 14 (grüne Paprika) bis 20 (rote Paprika) und 40 (Gewürzpaprika) Kalorien. Der geringfügige Unterschied kommt daher, dass die unreifen grünen Schoten noch nicht soviel Zucker enthalten wie die roten süßeren, während die Gewürzpaprika aus konzentrierterem Fruchtfleisch besteht, also weniger Wasser enthält. Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen bringt der Verzehr scharfer Chillies den Stoffwechsel in Schwung, wodurch der Grundumsatz gesteigert, d.h. mehr Kalorien verbrannt werden. Pflegen Sie also lieber eine herzhafte Küche, mit Paprika und Chili, anstatt sich um Gewichtszunahme Sorgen zu machen, dann brauchen Sie auch nicht übermäßig viel Fett als Geschmacksträger.

Das Schlemmen macht zufrieden, denn, egal ob rohe oder gekochte Früchte verwendet werden, hier bietet ein komplexer Nährstoffcocktail viel Erfrischung: in Salaten, als Knabberzeug oder zu Saft gepresst. Püriertes Paprikamark ist vielseitig einsetzbar: als Paste, in einen Gemüsesaft eingerührt oder aufs Brot gestrichen, für Suppen- und Saucengrundlagen und viele pikante Dips und Salsas.

Vitalstoffe
Paprika ist die Gemüsesorte mit dem höchsten Vitamin C- Gehalt und zwar, je reifer, desto höher. In einem Fruchtschnitz von 100 Gramm sind zwischen 25- 140 mg (in grünen Früchten) und 150- 400 mg (in roten, bzw. Tomatenpaprika) enthalten. Das ist mehr als in Citrusfrüchten. Selbst im (nicht abgelagerten) Pulver ist das Vitamin noch nachweisbar.

Das Tagessoll von 100 mg Vitamin C hilft, durch Stärkung des Immunsystems, Krankheiten in Schach zu halten. Mit Paprika ist es schnell erfüllt. Auch der Gehalt an Carotin, ein Pflanzenfarbstoff, welcher in Verbindung mit etwas Öl oder Fett verzehrt, zu Vitamin A umgewandelt wird, steigt mit der Reife der Frucht; und ihrer Zunahme an rotorangen Pigmenten. 100 Gramm Frischfrucht bieten von ca. 1 mg (Grünfrucht) bis 30 mg (Rotfrucht), wobei 0,15 bzw. 3,5 mg davon Beta-Carotin ist. Durch Zerkleinern oder Kochen wird dieses Vitamin für den Körper leichter verwertbar. Es ist gegen zellschädigende Genussgifte wirksam und notwendig für gesunde Haut und Augen. Flavonoide (Vitamin P), ergänzen das vitalitätssteigernde Trio. Diese gelb, rot, blau oder violett färbenden (sekundären) Pflanzenstoffe sind Mikronährstoffe, die einerseits das Nahrungsmittel farblich bzw. geschmacklich gestaltenden und andererseits positive Nebenwirkungen auf die Gesundheit haben.

So fangen sie, als Antioxidantien, freie Sauerstoffradikale, d.h. sie überführen, durch Umweltgifte oder UV- Strahlung entstandene, reaktive Verbindungen in verträglichere wodurch die Zelle vor Schaden bewahrt wird. Flavonoide befinden sich zumeist direkt in der Randschicht der Frucht, weswegen es, wenn nicht vonnöten, besser ist, auf Häuten und Schälen der Schoten zu verzichten.

Gesundheit, Sortenwahl und die Chili Ernte

Donnerstag, 17. Juni 2010

Pflanzengesundheit
Dem Wachstum gegenseitig förderliche Beetnachbarn sind z.B.: Buschbohnen, Dill, Kohl- und Laucharten, Salat, Sellerie und Spinat. Die Erde ist nach dem einjährigen Anbau von Nachtschattengewächsen allerdings ausgelaugt, so dass sie für die nächsten drei bis vier Jahre der Regeneration bedarf, um wieder ausreichend Nährstoffe zu bilden. Während dieser Pause kann natürlich auf andere Bepflanzung zurückgegriffen werden. Die beste Vorbeugung gegen mögliche Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben aber auch Viren- und Pilzbefall, besteht darin, Qualitäts- Saatgut zu verwenden und der Pflanze optimale Bedingungen, also weder zuviel noch zuwenig an Wasser, Luft, Wärme, Licht und Nährstoffen zu bieten (s.o.). Um bereits ausgebrochene Krankheiten einzudämmen, befreit man die Pflanze von befallenen Blättern und sorgt, durch Entblätterung von unten, für bessere Belüftung. Jedoch sollten die Blätter oberhalb der Frucht dranbleiben, denn sie wirken als Sonnenschutz. Das Fördern oder gezielten Aussetzen (im Gewächshaus) von Nützlingen kann Schädlingsbefall bekämpfen. Erhältlich im Gartenfachhandel und über Versandfirmen sind z.B. Florfliegen gegen Blattläuse und Thripse, Schlupfwespen gegen weiße Fliegen oder Raubmilben gegen Spinnmilben. Ansonsten empfiehlt es sich gegen Krankheiten umweltfreundliche Präparate einzusetzen. Gegen bestimmte Viren gibt es inzwischen auch, als F1 gekennzeichnet, unempfindliche Hybridzüchtungen; achten Sie bei der Saatgutauswahl darauf.

Sortenwahl und Saatgut
Ihre Sortenwahl sollte einerseits davon bestimmt sein, was Sie möchten, andererseits, was Sie der Pflanze geben können. Während Blockpaprika mehr Platz braucht (sie kann bis weit über einen Meter hoch werden), genügt der Zierpaprika oft schon ein kleiner Fensterplatz. Außerdem bestimmen die Ansprüche der Pflanzen, meist abhängend von ihrem Ursprungsregionen, den Erfolg. So brauchen tropische Arten entweder hohe Temperaturen oder aber die Zeit bis zur Ernte wird lange. Solche Arten kommen für raues Klima nicht in Frage, fühlen sich aber in Gewächshäusern wohl. Das Kapitel “Sorten, gärtnerisch gesehen“, kann Ihnen vielleicht weiterhelfen. Das Saatgut erhält man im Samenfachhandel, auf Gartenmärkten oder über (Internet-) Versandfirmen. Außerdem bekommt man auf Märkten und in Gartencentern auch Jungpflanzen die schon Früchte tragen. Der Wuchs einer kräftigen Pflanze ist gedrungen und sie hat noch ihre Keimblätter (wenn es sich um eine junge handelt), die Blätter sind frisch und sattgrün. Handelt es sich nicht um Speisesorten sondern um Zierpaprikasorten, ist es ratsam, deren Früchte, wegen der möglicherweise verwendeten gesundheitsschädlichen Spritzmittel, nicht zu verzehren. Eine ökologische Gärtnerei die sich auf Duft- Heil- und Gewürzpflanzen spezialisiert hat gibt es beispielsweise im bayrischen Schongau. Dort führt man über hundert Chilisorten, die auch bundesweit versendet werden (s. Adressen ). Natürlich kann man auch Samen aus den meisten reifen Früchten verwenden. Sie werden herausgeschabt und auf einer Unterlage drei Tage bei Raumtemperatur getrocknet. Allerdings ist hierbei die Sortenreinheit nicht gewährleistet, denn die Pflanze wurde evtl. von anderen Sorten befruchtet. Überraschung gibt’s also inklusive. Daneben bietet das Internet Tauschbörsen für Seeds. Bis zur Verwendung sollte das Saatgut dunkel, kühl aber frostfrei und trocken in Tüten oder Deckelgefäßen aufbewahrt werden, so bleibt es etwa drei bis vier Jahre keimfähig.

Befruchtung
Als Zwitter ist die Paprika mit männlichen und weiblichen Fortpflanzungsapparat in einer Blüte ausgestattet. Deshalb kann sie sich selbst befruchten und es genügen Millimeter, um den Pollen zum Stempel zu tragen. Das erledigt im Freien der Wind oder die Insekten, im geschlossenen (Gewächs-)haus müssen sie selbst dafür sorgen, denn erst aus einer befruchteten Blüte kann sich eine Frucht entwickeln. Bei nur wenig Pflanzen können Sie alle zwei Tage vormittags die Pflanze leicht schütteln oder den Pollen mit einem Pinsel abstreifen. Für den Ertragsgärtner gibt es Hummelvölker zum Einsetzen oder vibrierende Stäbe. Verschiedene Sorten nebeneinander können sich gegenseitig befruchten. Wird Sortenreinheit gewünscht, müssen die Sorten so getrennt voneinander gepflanzt werden, dass sowohl Wind als auch Bienen gehindert sind, mehrere zu befruchten, und jede Varietät braucht ihren eigenen Bestäuberpinsel.

Ernte
Geerntet wird eine Frucht, wenn sie, nach Beendigung der Grünphase, in ihre eigentliche Fruchtfarbe, Rot bzw. Gelb oder Violett umschlägt, und noch bevor sie weich oder matt wird. Die grünen Schoten sind noch unreif und enthalten weniger Vitalstoffe und Aroma als die ausgereiften roten. Ein Vorteil, grün zu ernten, besteht darin, dass die Pflanze ihre Kraft nicht weiter in die abgeerntete Frucht verschwendet, sondern in die nächste geben kann; so daß insgesamt mehr Früchte geerntet werden können. Außerdem passen manchmal die grünen Schoten besser, z.B. für gefüllte Paprika oder zum Einlegen. Bei 8°C im Gemüsefach des Kühlschranks lassen sich Paprika und Chilis etwa eine Woche lagern. Weiteres zu Lagerung, Konservierung und Verarbeitung siehe im Kapitel “Die Chili in der Küche”.

Chili – Botanik und Genetik

Dienstag, 15. Juni 2010

Botanische Bestimmung
Insgesamt existieren eine Unzahl von Chili-Unterarten und Varietäten. Über 300 sind bisher bekannt; mehr als 200 davon sind in Mexiko beheimatet. Die Pflanzenfamilie Capsicum, welcher Chili, Paprika und Peperoni angehören, ist Teil der Großfamilie der Nachtschattengewächse Solanaceae, in der so prominente Mitglieder wie Kartoffel und Tomate, aber auch Giftpflanzen wie die Tollkirsche, vertreten sind. Das macht vielleicht verständlich, warum die Früchte der Chili- Pepper streng genommen keine Schoten wie z.B. Erbsenschoten sind, auch wenn wir sie oft so bezeichnen, sondern -wie die Tomate- eine Beerenfrucht ist. Das allseits bekannte Gewürz namens Pfeffer hat mit Capsicum wiederum nichts zu tun, sondern gehört zur Gattung der Pfeffergewächse Piperaceae. Seine Heimat ist Südindien wohingegen Chilipfeffer definitiv aus Mittel- bzw. Südamerika stammt. Pfeffer bezieht seine Schärfe aus dem Inhaltsstoff Piperin, nicht aus Capsaicin – dieser ist ureigenster Wirkstoff der scharfen Paprika. Der Konsument unterscheidet Hot-Peppers vor allem anhand der Schärfe, unter Verwendung einer küchenpraktischen Skala zwischen milder Gemüse- und scharfer Gewürzpaprika. Dieses ist jedoch eine Laienqualifizierung, die mit der wissenschaftlichen nicht übereinstimmt. Dabei fällt es selbst Wissenschaftlern schwer alle Sorten einwandfrei zuzuordnen.

Kultivierte Gattungen
Aus den, mittlerweile bekannten, über zwanzig verschiedene Arten der Gattung Capsicum werden nur die folgenden fünf weltweit domestiziert:

Capsicum annum: Weltweit ist dies die bedeutendste Art. Gemüsepaprika und die meisten, außerhalb Lateinamerikas kommerziell angebauten Sorten, gehören dazu. Das waren auch die ersten, welche Columbus und seine Nacheiferer rund um den Globus verteilten. Die Früchte wachsen nach unten. Annum heißt zwar jährlich- diese, bis zu 1,50 m hoch wachsenden Pflanzen lassen sich jedoch auch mehrjährig halten- vorausgesetzt sie werden ihren Ansprüchen gemäß gepflegt und vor Frost geschützt.

Capsicum baccatum: Baccatum heißt beerenähnlich. Diese strauchig wachsende Chili-Pepper-Art beinhaltet die meisten in Südamerika beheimateten Sorten aus der Aji- Gruppe. Aji (sprich ah-hee) ist der Begriff für Hot-Chili, der sich aus der präkolumbianischen Sprache in die der spanischen Eroberer verpflanzt hatte und bis heute darin erhalten blieb. Die Blätter, auch die der Blüten, sind groß, letztere weiß- grünlich mit gelblichen Tupfen und die Früchte sind sowohl rund (wie Beeren) als auch länglich. Nur eine Frucht die nach unten hängt gibt es pro Knoten, wie bei der Capsicum annum.

Capsicum frutescens: Fructescens bedeutet strauchartig, womit der Wuchs gemeint ist. Die Blütenblätter sind grün und 1 bis 4 davon wachsen aus jedem Knoten. Die meist scharfen Früchte, wachsen aufrecht nach oben, das macht sie zur Zierpaprika geeignet. Asien, Afrika und Mexiko sind die Orte in denen sie am intensivsten angebaut wird. Hierunter finden sich die schärfsten Schoten.

Capsicum pubescens: Pubescens bedeutet behaart denn die Blätter sind pelzig. Die Blüten sind violett, und die großen, dickfleischigen, meist scharfen Früchte beinhalten schwarze Samen. Diese Sorte wächst sie in den Bergen Südamerikas bis auf 3000 m Höhe. Daher ist sie, als einzige der genannten, bis ca. -5°C frosthart. Bei richtiger Pflege kann sie bis zehn Jahre alt werden. Sie kreuzt sich kaum mit anderen Sorten.

Capsicum chinense: Die Bezeichnung chinense verweist nach China, fälschlicherweise, denn die Heimat dieser Pflanze ist Peru. Während sie in den Andenländern heute kaum noch von Bedeutung ist, wird sie (auf Meeresspiegelhöhe) in der Karibik um so mehr kultiviert. Sie entwickelt 2 bis 5 weiße bis grünliche Blüten pro Knoten und besitzt ein fruchtiges Aroma bei extremer Schärfe. Die länglich- ovalen Chiliblätter sind gestielt und ganzrandig (wie bei allen Gattungen).

scharfe Chilis

scharfe Chilis

Chili – Anbau und Aufzucht von Chilipflanzen

Montag, 14. Juni 2010

Chili- Peppers sind ein gesundes Gemüse und eignen sich gut zur Selbstversorgung, denn selbst ausgefallene Sorten sind leicht anzubauen. Die Pflanzen eignen sich auch zur Dekoration, denn sie erfreuen das Auge durch sattgrünes Laub und glänzende Schoten in leuchtenden Farben. Außerdem gibt es keine Probleme mit anderer Pflanzen Nachbarschaft.

Anzucht
Für die Jungpflanzenanzucht sind etwa neun Wochen einzuplanen. Anfang März kann ausgesät werden. Die Keimung wird beschleunigt, wenn man die Samen zwei Tage, direkt vor der Aussaat, in warmes Wasser legt. Für die Keimlinge am besten verträglich ist nährstoffarme Aussaaterde. In das mit Erde gefüllte Gefäß (z.B. Töpfe oder Aussaatschalen) werden die Samen gelegt, angedrückt und dann mit 0,5 cm Erde übersiebt. Ein Etikett erinnert an Sortennamen und Aussaattermin, dann wird mit weichem Brausestrahl gut gewässert. Die Temperatur des Aufzuchtortes sollte in der Keimphase, von zehn bis zwanzig Tagen, zwischen 22 und 28° C liegen. Die Aussaat wird mit Vlies, Folie oder Papier abgedeckt, bis die ersten Keimlinge erscheinen, dann wird die Abdeckung entfernt. Aus den schnellsten und kräftigsten Keimlingen entwickeln sich erfahrungsgemäß später die kräftigsten und ertragreichsten Pflanzen. Die Erde sollte während der ganzen Zeit feucht aber nicht nass gehalten werden.

Vereinzeln der Jungpflanzen
Nachdem das Saatgut soweit aufgegangen ist, dass die Keimblätter (das erste Blattpaar) voll entfaltet sind und man die Pflänzchen gut greifen kann, werden die Keimlinge pikiert, d.h. vereinzelt. Vorbereitend werden Töpfe oder Schalen mit einer Mischung aus Aussaaterde und Blumenerde gefüllt, dahinein bohrt man mit einem kleinen Hölzchen oder einem Pikierstab ein kleines Loch zum Einsetzen des Pflänzchens. Dieses hebt man mithilfe des Hölzchens vorsichtig aus der Aussaatschale, dabei setzt man unterhalb der Wurzeln an, und transplantiert sie in das Erdloch im vorbereiteten Gefäß. Von der Seite wird nun sorgsam Erde an die Wurzeln gedrückt. Damit die Wurzeln ausreichend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können, ist es wichtig, dass sie in festem Kontakt mit der Erde stehen. Nach dem Pikieren sollte der Abstand mindestens 10 cm betragen, dann werden die Pflänzchen angegossen und etikettiert. An einem hellen Ort mit etwa 22 °C bis zur Zeit des Auspflanzens gestellt, wird die Erde feucht aber nicht nass gehalten. Nach zehn Tagen wird dem Gießwasser Flüssigdünger beigegeben, diese Düngung erfolgt zwei- bis dreimal im Rhythmus von zwei Wochen.

Auspflanzung und Klima
Ab Mitte Mai kann ins Freiland gepflanzt werden, ins Frühbeet oder ungeheizte Gewächshaus schon Anfang Mai. Es ist darauf zu achten, dass die Pflanze nicht tiefer eingepflanzt wird als sie vorher im Boden stand, um ihre Stengel vor Fäule zu bewahren. Sind bei niedrig wachsenden (bis 40 cm) Sorten Stützhilfen entbehrlich, brauchen frei stehende hohe Pflanzen oder solche mit reichem Fruchtansatz Halt, entweder durch waagrecht aufgespannte Netze oder Stützringe in die sie hineinwachsen können. Die niedrigen Chili werden in einer Menge von 10 bis 15 pro Quadratmeter, also teppichartig gepflanzt, die hohen sind nur mit vier bis fünf auf der selben Fläche vertreten (mindestens 50 cm Abstand). Zur Platzausnutzung in Gewächshäusern, empfiehlt sich eine Auf- und Umleiten der Paprikatriebe an Drähten bzw. Schnüren. Vor zu engen Bepflanzung wird gewarnt, denn bei mangelnder Belüftung drohen Pilz- und andere Pflanzenkrankheiten. Der Boden im Freiland oder Beet, ist am besten humos und locker, mit einem Ph-Wert von 5,5- 6,5 und mit Kompost oder Stickstoffdünger vorbehandelt. Wichtig für gutes Gedeihen ist ein heller und warmer Standort, d.h. entweder im Frühbeet bzw. Gewächshaus oder an einem geschützten aber unbeschatteten Platz auf Balkon, Terrasse oder an der Hausmauer. Bis nach den Eisheiligen, Ende Mai, schützen in Frühbeet und Gewächshaus, Abdeckungen mit Strohmatten oder Vlies vor Nachtfrösten. Damit Luft zirkulieren und die Paprika nach oben wachsen kann, werden im Sommer die Fenster des Frühbeets auf Mauersteine etc. aufgesockelt.

Höchste Erträge erzielt man nur per klimagesteuertem Gewächshaus, denn die Temperatur soll zwischen 18°C und 35°C liegen- weshalb für den Garten unempfindliche Sorten gebraucht werden und das Kleingewächshaus im Sommer gelüftet bzw., bei zu großer Wärmeentwicklung, auch beschattet werden soll. Die Luftfeuchtigkeit sollte ebenfalls geregelt sein, denn bei über 85% schränkt sie die Bestäubung ein, während bei unter 60% Ernteausfälle durch Abwerfen von Blütenknospen möglich sind.

Bewässerung
Die relativ flach wurzelnden Chilis sollten regelmäßig, mit wenig Wasser, gegossen werden, da sie auf Wasserreserven in der Tiefe nicht zurückgreifen können; und im Sommer trocknet die Erde schnell aus. Dagegen führt Staunässe, wozu es besonders bei kühleren Temperaturen schnell kommen kann, evtl. zum Absterben der Wurzeln. Man kann auch eine Bewässerungsanlage bereitstellen. Sehen die Pflanzen blass und mager aus, wird dem Wasser Flüssigdünger zugegeben, sind sie dunkelgrün und voll, wird eine Düngepause eingelegt, so dass man im Schnitt alle ein bis zwei Wochen düngt. Für den Anbau in Balkonkästen, Kübeln, Töpfen und Ampeln in Holz, Ton, oder Plastik gilt es zu beachten, dass Paprikapflanzen keine Staunässe vertragen, weshalb sich als Drainage empfiehlt, die Gefäße vor der Bepflanzung unten mit Kieselsteinen, Tonscherben oder Blähton zu befüllen. Als Halterung gibt man normale Blumenerde in den Topf (mit Nährlösung gegossene Paprika brauchte an sich keine Erde, denn diese dient ihr nur als Nährstofflieferant). Jede 3.- 4. Woche wird mit dem Gießwasser gedüngt, ansonsten wird je nach Topfgröße, regelmäßig und mäßig gegossen.